Richtig Greifen beim Klettern

Alles im Griff


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Klettergriff optimal halten
Foto: Frank Enz

 

Klettergriffe richtig greifen
Foto: Ralph Stöhr

 

Klettergriffe richtig greifen
Foto: Ralph Stöhr

 

Klettergriffe richtig greifen
Foto: Ralph Stöhr

 

Klettergriffe richtig greifen
Foto: Ralph Stöhr
Klettergriffe sind unterschiedlich - ob in der Kletterhalle oder am Fels. Wer Griffe optimal zu halten weiß, spart Kraft, kommt weiter und schont die Gelenke.

Topkletterer beschäftigen sich ganz intensiv damit, wie sie jeden einzelnen Griff halten müssen. Da kommt es auf winzige Kleinigkeiten an, wo der kleine Finger liegt, ob der Daumen noch helfen kann, welcher Finger auf welcher Unebenheit Platz findet“, erklärte mir Udo Neumann einmal einen der Unterschiede zwischen Otto Normalkletterer und den Koryphäen des Sportkletterns und Boulderns. Klar, wer an der Grenze des Menschenmöglichen operiert, muss den Fels oder das Plastik optimal nutzen. Da wir in gewisser Weise aber alle an der Grenze des Menschenmöglichen klettern – nämlich unseres eigenen Menschenmöglichen –, profitieren wir auf jedem Niveau davon, wenn wir die Griffe möglichst geschickt verwenden.

Auf diesen Seiten haben wir die wichtigsten Grundregeln zusammengestellt, die helfen, Griffe besser und fingerschonender zu nutzen. Generell geht es darum, die vorhandene Grifffläche optimal zu belasten. In der Regel heißt das, dass so viele Finger wie möglich auf oder an den Griff kommen. Insbesondere beim Hallenklettern kann auch der Daumen fast immer irgendwie dazugenommen werden. Generell sollte der Kletterer möglichst nicht zu hoch greifen. Denn wer beim Weitergreifen völlig überstreckt steht, riskiert, dass ihm die Füße von den Tritten rutschen.

 

Klettergriff optimal halten
Foto: Frank Enz Sloper (runde Griffe, auch 'Aufleger' genannt) sind fiese Viecher. Man braucht Kraft, um sie festzuhalten.

Ob man einen Griff halten kann oder nicht, hängt zu einem großen Teil von der Fingerkraft, ganz stark aber auch von der Körperposition ab. Wer sich optimal bewegt und gut steht, nimmt viel Gewicht mit den Füßen weg und muss entsprechend weniger am Griff ziehen. Dann lassen sich mitunter Griffe halten, bei denen man zuerst gar keine Chance hatte. Der Boulderraum ist der richtige Ort, um den Einfluss der Körperposition auszuprobieren und kennenzulernen.

Vor allem beim Routenklettern ist das sogenannte „weiche Greifen“ wichtig. Es bedeutet, dass wir Griffe nur mit der minimal nötigen Kraft halten und nicht jeden Griff maximal zuknallen. Wer weich greift, klettert einfach lockerer und spart Kraft für die wirklich schwierigen Stellen.

Schließlich ist auch das Gegenteil von Greifen manchmal nötig: Beim Bouldern am Limit oder wenn die Füße rutschen, sollte der Kletterer auch mal loslassen können, um Verletzungen vorzubeugen.

Auf der nächsten Seite: wie man Fingerverletzungen vermeidet

Krasse Griffe festhalten: Bilder vom Boulderholics-Bouldercup

Fotostrecke: Boulderholics-Cup 2012

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Boulderholics Bouldercup 2012 Foto: vertical axis und Sebastian Witti
Boulderholics Bouldercup 2012 Foto: vertical axis und Sebastian Witti
Boulderholics Bouldercup 2012 Foto: vertical axis und Sebastian Witti
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Inhaltsverzeichnis

10.05.2012
Autor: Ralph Stöhr
© klettern
Ausgabe 04/2012