Alpinklettern

Tipps fürs Alpinklettern von Beat Kammerlander: Seilmanagement und Sichern

Beim Seilmanagement gibt es einige Kniffe, die den großen Seilsalat verhindern helfen. Aber auch beim Sichern kann etwas Umsicht viel bringen.
  • Bei dynamischem Sichern über Körper sich an Schlingenständen im­mer eineinhalb bis zwei Meter tiefer hängen, um mehr Luft nach oben zur ersten Zwischensicherung am Stand­haken zu haben. Um Stürze des Part­ners möglichst weich abzufangen, das ATC umdrehen, damit die Riffelung nicht zusätzlich bremst, und Hand­schuhe benutzen.
  • Immer mit selbstblockierendem Sicherungsgerät (ATC Guide, Reverso, Plate) nachsichern, weil das deutlich sicherer ist und man sich währenddes­sen besser erholen kann.
  • Um Seilsalat am Standplatz zu vermeiden, die Seile in Zehn-­Meter­-Schlaufen mittels Schleifknoten an der Bandschlinge der Standplatzsicherung fixieren.
  • Wird mit zwei Halbseilen geklet­tert, sollte man bei zwei aufeinander­folgenden schlechten Sicherungen nie den gleichen Strang in beide einhän­gen. Denn wenn die obere Sicherung ausbricht, ist das Seil schon so über­dehnt, dass die Dehnungsreserven ausgereizt sind und die untere Siche­rung eine deutlich höhere Belastung abbekommt.
  • Ablassen mit Plate oder ATC: Das Bremsseil mit HMS am Körper hinter­sichern, dann am quer liegenden Kara­biner am ATC eine lange Bandschlinge mittels Ankerstich befestigen, ober­halb umlenken und mit einem Karabi­ner in der Einbindeschlaufe des Kletter­gurtes befestigen. Nun das Bremsseil hinter der HMS greifen, die ATC mit dem Körpergewicht lösen und den Partner über die HMS ablassen.

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Fotostrecke: Impressionen aus den Dolomiten

13 Bilder
Dolomiten Foto: Südtirol Marketing / Tappeiner
Karersee in der Latemargruppe Foto: Südtirol Marketing / Helmuth Rier
Dolomiten Foto: Südtirol Marketing / Bernd Ritschel
22.09.2012
Autor: Beat Kammerlander
© klettern
Ausgabe 7+8/2012